Die Geschichten zu meinen Bildern …

Archiv für Mai, 2015

Urzeitkrebse in den Rheinauen

Durch das Rheinhochwasser sind aktuell auch einige Wiesen entlang der Hochwasserdämme des Rheins überflutet. Das ist Zeit für Urzeitkrebse!

Der Flossenfloh Limnadia lenticularis:
Flossenfloh Limnadia lenticularis - Rheinauen

Dieses knapp 1 cm kleine Exemplar ist ein Weibchen, das die Eier ‚auf dem Rücken‘ trägt. Der Limnadia lenticularis gilt bei uns als so gut wie ausgestorben und kommt in Mitteleuropa nur noch am nördlichen Oberrhein (und wenigen Ausnahmen) regelmäßig vor. Alle anderen Fundorte sind sehr unbeständig. Ihr Auftreten ist kurzfristig und manchmal über Jahre ausbleibend. Ihr extremer Lebensraum sind ephemere (temporäre) Kleingewässer oder Überschwemmungsflächen, die oft nur wenige Wochen überhaupt als „Gewässer“ zu bezeichnen sind.

Etwas größer als die Limnadia sind die Urzeitkrebse Triops cancrifromis:
Urzeitkrebs Triops cancrifromis - Rheinauen

Die Tiere stammen wirklich aus der Urzeit und sind älter als die Dinosaurier!
Der älteste Fund eines fossilen Feenkrebses ist über 500 Millionen Jahre alt.
Auf dem Rücken schwimmen die Tierchen an der Wasseroberfläche auf der Suche nach Nahrung. Bei Elchesheim-Illingen kommen die Triops in großer Anzahl auf überfluteten Ackerflächen vor.

Auf der Suche nach den kleinen Urzeitkrebsen bei Au am Rhein:

Exkursion Urzeitkrebse in den Feuchtwiesen der Rheinauen

Unter der fachmännischen Leitung der beiden Biologen Prof. Dr. Andreas Martens und Dipl. Biol. Karsten Grabow vom Institut für Biologie an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe war am vergangenen Sonntag ein kleines Team zu einer ‚Urzeit‘-Exkursion unterwegs.  

Jurassic World im Miniaturformat in den Rheinauen 😉

 

 

 

 

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Bärlauch

Bärlauch, Rheinwald

Sein Duft ist unverkennbar, kräftig, intensiv und knoblauchartig: der Bärlauch bedeckt früh im Jahr die Waldflächen mit sattem grün und weiß.

Bereits Mitte März, wenn das letzte Laub aus dem Vorjahr noch an den Bäumen hängt, wird der Waldboden im Rheinwald am mittleren Oberrhein bei Rheinstetten grün bedeckt.
Bärlauch, Rheinwald

4 Wochen später, Mitte April ist kein braunes Blatt mehr zu sehen. Wie ein dichter, grüner Teppich überzieht der Bärlauch den Waldboden. Das Blätterdach ist noch relativ licht, so dass abends die untergehende Sonne noch durch die Bäume scheint.Bärlauchteppich im Rheinwald

Ende April / Anfang Mai folgt dann der Höhepunkt – die Bärlauchblüte. Der Waldboden wird von den weißen Blüten dicht überzogen und strahlt förmlich.
Bärlauch im Rheinwald
An Regentagen wie diesem wirkt das frische Grün besonders satt.

An manchen Stellen mischen sich gelbe Goldnesseln unter die Bärlauchblüten.
Bärlauch und Goldnesseln im Rheinwald

Von oben ein Blütenmeer.
Bärlauch (Allium ursinum) und Goldnessel (Lamium galeobdolon) - Rheinauen