Die Geschichten zu meinen Bildern …

Archiv für Februar, 2012

Wie werden Bilder richtig scharf?

Abendflug einer Lachmöwe – Rheinauen bei Au am Rhein

Nikon D200 – AF  300mm  f4,0 – ISO 320 – f4,0 0 ev – 1/60 sec. – Gitzo-Stativ 

Scharfe Bilder:
Ein Thema, das – wenn es nach der Werbung der Fotoindustrie geht – gar kein Thema mehr sein soll!

Immer mehr Autofocus-Felder in den Kameras mit Servo- oder Continous-Autofokus, schnelle Ultraschallmotoren – und trotzdem werden manche Aufnahmen nicht so hundertprozentig scharf?

Also eins nach dem anderen:

1. Für richtig scharfe Bilder geht nichts über ein stabiles Stativ!

2. Automatiken verstehen (lernen)!
Was macht denn mein Autofokus, beim scharf stellen? Welchen AF-Modus hab ich eingestellt?

3. Richtig scharf stellen!
Immer auf die Augen fokussieren! Die Kamera kann nicht wissen, was ich scharf haben will.

4. Üben, üben, üben!

Zuerst muss ermittelt werden, ob Verwacklungsunschärfen oder falsche Fokussierung die Ursache des Problems sind!

Verwacklungsunschärfen treten auf, weil z.B. die Belichtungszeit zu lange gewählt wurde (wenig Licht, lange Brennweiten, lange Verschlusszeiten, u.s.w.). In diesem Fall gilt – für Fotos aus der Hand – die Faustregel:

Verschlusszeit = 1/Brennweite

D.h. bei einer Brennweite von 300mm (ggf. + Cropfaktor durch APS-C Sensor (Nikon 1,5 / Canon 1,6)) – also z.B. 450mm bzw. 480mm Brennweite sollte mit einer Verschlusszeit von 1/450 bzw. 1/480 sec fotografiert werden. Das ergibt an der Kamera eine Verschlusszeit von 1/500 sec.

IS / VR & Co.
Diese Zeiten können durch den Einsatz von Bildstabilisatoren (ImageStabilizer (Canon) oder Vibration Reduction (Nikon)) um ca. 2-3 Stufen verlängert werden. Allerdings ist es immer ratsam, sich trotzdem (soweit möglich) an diese Formel zu halten!

Wenn es sich um Fehlfokussierungen handelt – der klassische Fall: Hintergrund ist total scharf, aber die Person im Vordergrund leider total verschwommen 😉 dann erst mal Trockenübungen machen, bevor man sich an Flugbilder von Greifvögel den Spaß verdirbt.

Also:

– man suche sich (vorerst) ein ruhendes Objekt, das nicht flüchten kann

– stelle den automatische Wechsel der Autofokusfelder ab und das mittlere Autofokus-Messfeld manuell ein. Hier handelt es sich i.d.R. um einen Kreuzsensor, der  auf waagerechte und senkrechte Strukturen scharf stellt (im Gegensatz zu den Liniensensoren). Moderne Kameras, wie z.B. die Canon 7D haben nur noch Kreuzsensoren verbaut, die hervorragend funktionieren.

– dann noch auf  One-Shot-Betrieb (bei Canon) oder AF-S (bei Nikon) stellen  – also kein Servo-AF oder AI-Focus (für diesen Test) verwenden

Dann auf eine Stelle mit viele Kontrast scharfstellen.

Genau auf diesem Punkt (siehe rotes Fokusfeld) muss die Schärfe liegen!
Ist das nicht der Fall, könnte es auch sein, dass am Objektiv ein Fehler vorliegt. Man spricht hier von Front- oder Backfokus. Solche Fehler können z.B. durch Justierungstoleranzen oder durch Abbildungsfehler entstehen. Wenn das der Fall ist, muss das Problem noch genauer untersucht werden. Hierzu gibt es Testbilder die man unter ‚kontrollierten Bedingungen‘ abfotografieren kann. Handelt es sich tatsächlich um ein Fokusproblem, dann würde ich das Objektiv direkt zum Hersteller schicken, um es justieren zu lassen!

Aber sehr oft handelt es sich um persönliche ‚Stockfehler‘ – wie man im Eishockey sagen würde …

Wenn der Fokus „sitzt“, kann es losgehen, mit der Fotojagd nach beweglichen Motiven – unter Einsatz von Servo-AF, AF-Spotmessung, AF-Zonenbetrieb, AF-Messfeldwechsel, u.s.w.
Viel Erfolg dabei!

Das macht natürlich mehr Spaß, als Eishockey-Figuren zu fotografieren … 😉

Und wer nicht damit klarkommt, kann ja immer noch den AF abschalten und manuell fokussieren! Das geht natürlich auch immer noch, und mit der Lupenfunktion im Live-View lässt sich die Schärfe prima am Display kontrollieren.

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Die Qual der Kamerawahl

Welche Kamera ist die richtige Wahl?

Eine Digitalkamera – is klar! Aber welche?  Das sind unendliche Diskussionen in der Mittagspause – stimmt’s Kollegen???

Die Auswahl ist riesig – von der kleinen Point-and-Shoot, über Four-Thirds, Compact Camera oder Spiegelreflex (DSLR).

Die neuen Compact Cameras wie z.B. die SONY NEX-7 bieten laut Herstellerangaben DSLR-Qualität im Taschenformat und Flexibilität dank Wechselobjektiven. Hier ein Größenvergleich:

Kleiner ja! Leichter ja! Aber spielt das die große Rolle???
Das Objektiv an der NEX-7 ist nicht weniger klobig als das große 2,8/24-70 an der Canon 7D (klar, die Brennweite ist nicht wirklich vergleichbar).
Die Sonnenblende des 24-70 wirkt riesig (ist sie auch – aber gut!).

Aber die kleine Kombi ist nix für die Hosentasche – und auch nicht für große Männerhände.
Und wenn schon Kameratasche, dann kann ich auch gleich meine DSLR mitnehmen.
Die hat für mich einfach unschlagbare Vorteile in der Bedienung – nach wie vor!

Aber so ne kleine Kamera, die man immer dabei haben kann wäre ja nicht schlecht, oder?

Also:

Point-and-Shoot:

Vielleicht doch lieber eine richtig kleine Kamera, wie die Canon S95 oder die neue S100? Oder Nikon’s Coolpix-Serie oder Sony, Panasonic, Olympus und wie sie alle heisen …
Die haben halt immer noch den kleinen Sensor, der das größte Bildrauschen liefert und sind leider immer noch langsam.

Die optimalen ‚Gut Wetter-Kameras‘ für die Hosentasche. Aber wehe das Licht wird weniger …

Four-Thirds:

Das relativ neue System liefert mit Kameras wie der Panasonic GH-2 oder der Olympus-PEN-Serie eine unbestritten gute Bildqualität.
Aber parallel zu einem DSLR-System mit Wechselobjektiven macht das für mich (!) keinen Sinn.
Wenn es hauptsächlich auf Gewicht und Größe ankommt, und die Spiegelreflex daher ausscheidet sicher eine gute Wahl!

Großer CMOS Sensor:
(6,3 mal größer als die bisherige Canon-G-Serie – annähernd APS-C)

Bildqualität auf DSLR-Niveau verspricht auch Canon mit seiner neuen G1X mit großem CMOS-Sensor (14,3 Megapixel) und kompaktem Metallgehäuse – ohne Wechselobjektive.
Die Canon G1X – mit nagel neuem Sensor und mit Klapp-Monitor – ausgereiftes und erfolgreiches Konzept der G-Serie – vielfach erprobt?
Das ist (m)eine wirkliche Alternative parallel zu (m)einem DSLR-System.
Schade nur, dass das diese Kamera nur 28mm und kein 24mm Weitwinkel hat …

APS-C-Sensor – DSLR oder Compact Camera:

Eine kleine Spiegelreflex wie die Nikon D3100, D5100 oder die Canon 600D?
Die haben schon tolle Features, aber oft einen ‚ausbaufähigen‘, langsamen Autofokus und ’nur‘ ein Plastikgehäuse. Nix für die rauhe Natur!

Dann doch die Mittelklasse wie die Nikon D7000? Dann kann’s ja auch ne Sony NEX werden? Oder dann doch eine Four-Thirds?

Wann zum Teufel kommt endlich die Canon 7D MarkII, denn die normale 7D ist ja schon wieder alt – die kaufen wir nicht (mehr) 😉 – oder erst recht wenn die MarkII da ist und dadurch die alte billiger wird …

Vollformatsensor:

Hie hat NIKON heute die Messlatte sehr hoch gelegt: Nikon D800 mit 32 Megapixel!
(Zum Vergleich: die D700 hat gerade mal 12 Megapixel!) Bildqualität, die dem Mittelformat nahe kommen soll.

Die neue Canon 5D Mark III  gibt es immer noch nicht! Verdammt – wann kommt die endlich? Noch im Frühjahr oder doch erst im Herbst zur Photokina?
Was werden die unverzichtbaren Features sein? Wieviele Megapixel sind angesagt?

Bitte Canon: Es ist ja eigentlich ganz einfach:
Übernehmt doch einfach Autofocus und Gehäuse von der 7D und baut einen neuen Vollformat-Chip wie Nikon ein! Fertig!!!

Dann stehen ja noch die ganz teuren – äh großen, absoluten Profikameras wie die Canon 1DX oder die Nikon D4 zur Debatte. In so eine investieren?

Ne, für das Geld kauft meine Frau lieber einen gebrauchten Kleinwagen! Mir persönlich sind diese Kameras zu groß und wenn man viel zu Fuss unterwegs ist,  einfach zu unhandlich.

Alles klar? Blickt noch jeder durch mit den 4/3 XY 50.000D8XXMarkIIIII?

Es ist eigentlich ganz einfach: Irgend eine Kamera in die Hand und runter von der Couch!

Dann gibt es ja noch die Alternative: ‚Back to the roots‘

Stabile Gehäuse, faszinierende Mechanik – ohne viel Schnick-Schnack!
Aber halt auch ohne Schacht für eine Speicherkarte 😉 – 100 Jahre alt – tolle Mechanik.
Und sogar Blende und Verschlusszeit lassen sich einstellen …

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
Und ist (manchmal) auch nicht wirklich ernst gemeint …

Gewidmet F.P.N. – der jetzt immer noch die Qual der Wahl hat!


Eiszapfen

 

… oder E.T. aus Eis?

 

 

Durch den sinkenden Wasserspiegel hängen die Eisformen fast ‚in der Luft‘.
Am unteren Bild an der ‚Linie‘ im Schilf zu erkennen.

Von der Sonne bestrahlt kommen die Eiszapfen am Ufer des Fermasees bei Rheinstetten optimal zur Geltung.